Geflügelpest in Mecklenburg-Vorpommern

ab 14. November, 0.00 Uhr - Aufstallungspflicht für Geflügel angeordnet

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt informierte am 10. November im Rahmen einer Pressekonferenz über die aktuelle Lage in Mecklenburg-Vorpommern vor dem Hintergrund der Geflügelpest. In den Küstenregionen in Polen und in Schleswig-Holstein wurde das hochpathogene aviäre Influenzavirus des Subtyps H5N8 vor wenigen Tagen festgestellt. Auch aus Ungarn sowie im Bereich des Bodensees, in Baden-Württemberg als auch der Schweiz und Österreich liegen inzwischen Nachweise vor. Ein erster positiver Befund bei einer auf der Insel Riems tot aufgefundenen Reiherente liegt vor. Ebenso besteht der Verdacht des Ausbruchs der Geflügelpest auf der Ostseeinsel Greifswalder Oie. Dort werden im Verlaufe des Tages die weiteren Untersuchungsergebnisse erwartet. „Der Nachweis von HPAI H5N8 und somit von Geflügelpest auf der Insel Riems hat zur Folge, dass ich alle Geflügelhalter dazu aufrufe bis Sonntag eine landesweite Aufstallung vorzunehmen. Ab Montag (14.11.2016) werden wir verstärkt kontrollieren, ob dieses umgesetzt wurde.“, betonte Dr. Till Backhaus. Um den Fundort des Wildvogels wird außerdem ein Sperrbezirk mit einem Radius von 3 km und ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von 10 km eingerichtet. Die zu ergreifenden Maßnahmen richten sich nach der Geflügelpest-Verordnung des Bundes.

Für eventuelle Rückfragen und Hinweise wurde ein Bürgertelefon unter der Nummer 0385-588 6066 eingerichtet, das werktags von 9 bis 14 Uhr erreichbar ist.

Maßnahmen im Sperrbezirk

  • Wer im Sperrbezirk Geflügel hält, hat das Geflügel in geschlossenen Ställen oder unter einer Schutzvorrichtung zu halten. Die zuständige Behörde kann Ausnahmen genehmigen.

Die zuständige Behörde

  • bringt an den Hauptzufahrtswegen zu dem Sperrbezirk Schilder mit der deutlichen und haltbaren Aufschrift „Geflügelpest – Sperrbezirk“ gut sichtbar an,
  • führt in den im Sperrbezirk gelegenen Beständen, in denen Vögel zu Erwerbszwecken gehalten werden, Untersuchungen über den Verbleib von gehaltenen Vögeln, Fleisch von Geflügel, Eiern, tierischen Nebenprodukten und Futtermitteln
  • kann für die im Sperrbezirk gelegenen Bestände serologische oder virologische Untersuchungen anordnen,
  • kann die Tötung und unschädliche Beseitigung im Sperrbezirk gehaltener Vögel anordnen, soweit dies aus Gründen der Tierseuchenbekämpfung, insbesondere zur unverzüglichen Beseitigung eines Infektionsherdes, erforderlich ist
  • kann die Jagd auf Federwild untersagen, soweit dies aus Gründen der Tierseuchenbekämpfung erforderlich ist.

Tierhalter haben

  • der zuständigen Behörde unverzüglich die Anzahl der gehaltenen Vögel unter Angabe ihrer Nutzungsart und ihres Standorts und der verendeten gehaltenen Vögel sowie jede Änderung anzuzeigen.

Außerdem gilt für den Sperrbezirk Folgendes:

  • gehaltene Vögel, Säugetiere, Fleisch von Geflügel und Federwild, Eier sowie von Geflügel und Federwild stammende sonstige Erzeugnisse und tierische Nebenprodukte dürfen weder in einen noch aus einem Bestand, Futtermittel dürfen nicht aus einem Bestand verbracht werden;
  • die Beförderung von frischem Fleisch von Geflügel aus einer Schlachtstätte, einem Zerlegebetrieb oder einem Kühlhaus ist verboten;
  • gehaltene Vögel zur Aufstockung des Wildvogelbestands dürfen nicht frei gelassen werden; auf öffentlichen oder privaten Straßen oder Wegen, ausgenommen auf betrieblichen Wegen, dürfen gehaltene Vögel, Eier oder Tierkörper gehaltener Vögel nicht befördert werden;
  • die Durchführung von Geflügelausstellungen, Geflügelmärkten oder Veranstaltungen ähnlicher Art ist verboten;
  • Transportfahrzeuge und Behälter, mit denen gehaltene Vögel, frisches Fleisch von Geflügel, tierische Nebenprodukte von Geflügel, Futtermittel und sonstige Materialien, die Träger des hochpathogenen aviären Influenzavirus sein können, befördert worden sind, sowie Fahrzeuge, mit denen ein Bestand mit gehaltenen Vögeln befahren worden ist, sind unverzüglich nach jeder Beförderung nach näherer Anweisung der zuständigen Behörde zu reinigen und zu desinfizieren.

Maßnahmen im Beobachtungsgebiet:

  • Die zuständige Behörde bringt an den Hauptzufahrtswegen zu dem Beobachtungsgebiet Schilder mit der deutlichen und haltbaren Aufschrift „Geflügelpest – Beobachtungsgebiet“ gut sichtbar an.

Außerdem gilt, für das Beobachtungsgebiet Folgendes:

  • gehaltene Vögel, frisches Fleisch von Geflügel und Federwild, Eier sowie von Geflügel und Federwild stammende sonstige Erzeugnisse sowie tierische Nebenprodukte von Geflügel dürfen weder in einen noch aus einem Bestand verbracht werden; gehaltene Vögel zur Aufstockung des Wildvogelbestands dürfen nicht frei gelassen werden;
  • die Durchführung von Geflügelausstellungen, Geflügelmärkten oder Veranstaltungen ähnlicher Art ist verboten;
  • Transportfahrzeuge und Behälter, mit denen gehaltene Vögel, frisches Fleisch von Geflügel, tierische Nebenprodukte von Geflügel, Futtermittel oder sonstige Materialien, die Träger des hochpathogenen aviären Influenzavirus sein können, befördert worden sind, sowie Fahrzeuge, mit denen ein Bestand mit gehaltenen Vögeln befahren worden ist, sind unverzüglich nach jeder Beförderung nach näherer Anweisung der zuständigen Behörde zu reinigen und zu desinfizieren.

Biosicherheitsmaßnahmen

Der Geflügelwirtschaftsverband M-V bittet alle Geflügelhalter und Unternehmen aus den vor- und nachgelagerten Bereichen, die erforderlichen Biosicherheitsmaßnahmen und die Einhaltung der Hygiene im Bereich der Geflügelhaltungen strengstens einzuhalten bzw. zu beachten.
Das Risiko eines Viruseintrags durch Wildvögel oder Ausscheidungen von Wildvögeln ist aufgrund der hochansteckenden Variante des derzeit vorkommenden Influenzavirus extrem groß.
Mit der beginnenden Jagdsaison haben Jäger u.a. wieder Kontakt zu Wildenten und -gänsen und zu Fasanen. Neben Wildenten und -gänsen sind auch Fasanen Träger des Influenzavirus. Dies haben Ende Oktober die Fälle in einem Stadtpark in Mannheim und in einem niederländischen Geflügelbetrieb deutlich gemacht.

Vermeiden Sie deshalb unmittelbar nach den Jagden jeglichen Kontakt zu den Nutzgeflügelbeständen und reinigen und desinfizieren sie Stiefel oder Schuhzeug, die auf der Jagd getragen wurden.

Die weitere Entwicklung auch unter: www.fli.de


Deutsches Geflügel

Geflügelfleisch ist ein hochwertiges Erzeugnis moderner, verbraucherorientierter Landwirtschaft und passt gut zu einer gesunden und bedarfsgerechten Ernährung. Erfahren Sie im Rahmen der Kommunikationsoffensive der IDEG Informationsgemeinschaft Deutsches Geflügel, warum Geflügelfleisch aus Deutschland darüber hinaus zu einer nachhaltigen Lebensweise passt und machen Sie sich selbst ein Bild von den hohen Erzeugungsstandards.

Deutsche Eier

Informationen über die Entstehung von Eiern und die in Deutschland zugelassenen, tiergerechten Haltungsformen für Legehennen erhalten Sie hier.

www.deutsche-eier.info